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Glaube: verkünden - sehen - hören - handeln

Glaube: verkünden - sehen - hören - handeln
Glaube: verkünden - sehen - hören - handeln

Glauben mit allen Sinnen ...

Verkünden, sehen, hören und handeln sind eigentlich nicht voneinander zu trennen.

Für die diesjährige Advents- und Weihnachtsinstallation legen wir jedoch den Schwerpunkt immer auf eine dieser "Erfahrungen". Wir gehen auf Weihnachten und damit auf die Krippe zu. In unserer Tradition gehören sie zusammen. Aber stellen wir uns doch einmal die Frage, ob die Krippe und die dort agierenden Personen uns auch über Advent und Weihnachten hinaus etwas zu sagen haben und uns begleiten können, ob wir uns mit ihnen identifizieren können.

  • Die Krippe, nicht nur der Stall in Bethlehem in dem Jesus geboren wurde, sondern all die Orte in unserem Leben, wo wir die Menschwerdung Jesu zulassen.
  • Die Engel - Symbol für das Angebot der Liebe Gottes, das uns täglich gemacht wird.
  • Die Könige - Symbol für das Wahrnehmen der Botschaft Gottes.
  • Die Hirten - Symbol für den Aufbruch hin zu aktivem Glauben.
  • Maria und Josef - Symbol für das Handeln, das sich aus dem Verstehen der Botschaft Gottes ergibt.

Glaube heißt, sich der Liebe Gottes nicht verschließen, sondern die Liebe Gottes annehmen. Aus Menschen denen man glaube ansieht, die von ihrem Glauben sprechen, die nach ihrem Glauben handeln entsteht Gemeinschaft.

Die Botschaft der Bibel lautet:

Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren

Lk 2,11

Heute nicht vor 2000 Jahren und nicht irgendwann.

                    

Ohne Menschen, die Hinsehen, hinhören, handeln und alles weitersagen,

 
 

war, ist und bleibt die Menschwerdung Gottes nur eine Geburt - irgendwo.

 

 

© Hans-Peter Brack

Der Engel bekommt von Gott den Auftrag den Menschen Unglaubliches zu verkünden
Er tut es und sie glauben

Dunkelheit hat sich schwer auf die Gemüter der Menschen gelegt. Sie sind von Feinden umzingelt. Was, wenn sie„Jerusalem“ stürmen? Angst lähmt alles Denken und Tun, Entsetzen zeichnet ihre Gesichter. Keine Kinder, die in den Gärten spielen. Keine Musik, die in den Gassen wiederhallt. Keine Feier, kein Jubel, kein Tanz.

Mitten hinein in dieses Elend erreicht die Menschen wieder ein Wort der Hoffnung: Das Dunkel wird weichen. Licht wird die Finsternis vertreiben. (nach Jesaja 9,1)

Der Engel / Bote hat den Auftrag Unglaubliches den unterschiedlichsten Menschen zu verkünden. Im Vorfeld der Weihnachtsgeschichte spricht er zu Maria, zu Josef und zu den Hirten.

Allen gibt er Aufträge von Gott, die ihre Leben vollkommen verändern, die nicht erklärbar, die eine Zumutung, die unglaublich sind. Aber er sagt ihnen auch „Fürchtet euch nicht!“.

Diese Menschen vertrauen dem was sie da hören, nehmen die Aufträge an, ihr Herz in die Hand und erleben ein Wunder, das ihren Glauben entfacht, vertieft und belebt.

Verkünden:

  • „Wahres“ verinnerlichen, leben und weitersagen
  • nicht schwätzen sondern sagen
  • Inhalte, nicht Phrasen
  • gezielte, persönliche Ansprache
  • öffentlich machen
  • Besonderes mitteilen

Gott öffne mir die Augen

Gott, öffne mir die Augen,
mach weit meinen Blick und mein Interesse,
damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne.

Gott, öffne mir die Ohren,
mach mich hellhörig und aufmerksam,
damit ich hören kann, was ich noch nicht verstehe.

Gott, gib mir ein vertrauensvolles Herz,
das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt
und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat.

Gott, ich weiß, dass ich nur lebe,
wenn ich mich von dir rufen
und verändern lasse. Amen

nach Willi Lambert

© Hans-Peter Brack

Die Könige lesen in ihren Schriften von einem bevorstehenden Ereignis.
Sie sehen den Stern am Himmel. Sie sehen das Kind in der Krippe und glauben

Als die Könige / Seher / Weisen / Magier in ihren Schriften lesen, dort die Geburt eines neuen Königs verkündet bekommen und den Stern am Himmel sehen, da müssen sie sich auf den Weg, auf die Suche nach diesem König machen. Als sie ihn finden, sehen sie nicht nur ein armseliges, kleines Kind. Sie glauben, dass sie den gefunden haben, den sie suchten.

Die Berufsbezeichnung der Gelehrten aus dem Osten war Magier (griech. magoi, Mt. 2,1). Im morgenländischen Raum waren Magier keine Zauberkünstler, sondern Gelehrte. Im Zweistromland war die Bezeichnung magoi„der Amtstitel für die im Dienst der Religion und des Staates stehenden Sternenbeobachter“. Sie waren Naturwissenschaft- ler, die eine außergewöhnliche Planetenkonstellation beobachtet haben und diese zu deuten wussten. Die Gelehrten aus dem Osten waren keine Astrologen, sondern Astronome. Wissenschaft und Glaube schließen sich nicht gegenseitig aus, sie ergänzen sich vielmehr.

Die weisen, gelehrten Astronomen sind zweifellos Wissenschaftler geblieben. Zugleich aber sind sie Glaubende geworden. Was Glaube bedeutet, fasst ein schwarzafrikanischer Christ in die Worte:„Glauben heißt durch den Horizont blicken. Glauben ist das Hindurchdringen zu der Gewissheit: Hinter allem, was geschieht, steht Gottes Hand.

Sehen:

  • Mit offenen Augen das Wesentliche sehen
  • Die Augen nicht vor„Unangenehmem“ verschließen
  • sich nicht blenden lassen
  • „die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude“ (Ps 34,6)
  • Sehen, ein inneres Sehen und Erkennen und Begreifen mit den Augen des Herzens

Anbetung

„Wir suchen dich nicht, wir finden dich nicht.
Du suchst und findest uns, ewiges Licht.
Wir können dich, Kind, in der Krippe nicht fassen,
wir können die Botschaft nur wahr sein lassen.

Wir lieben dich wenig, wir dienen dir schlecht.
Du liebst und dienst uns, ewiger Knecht.
Wir können dich, Kind, in der Krippe nicht fassen,
wir können die Botschaft nur wahr sein lassen.

Wir eifern im Unsern am selbtischen Ort.
Du musst ins uns eifern, ewiges Wort.
Wir können dich, Kind, in der Krippe nicht fassen,
wir können die Botschaft nur wahr sein lassen.“

Albrecht Goes

Die Hirten hören die Worte des Engels.
Sie hören die Worte von Maria und Josef und glauben

Die Hirten, sie leben am Rande der Gesellschaft, abseits der Zivilisation, fast wie Ausgestoßene.

Es ist eine harte Existenz mit eigenen Regeln und Gesetzen. Hirten müssen sich selbst schützen, ihre Rechte selber verteidigen. Untereinander kämpfen sie um Wasserstellen für ihre Tiere. Mit den Landbesitzern leben sie in Fehde, immer wieder gibt es Anlass zu Streit. Den Bewohnern fester Siedlungen sind sie nicht geheuer, gelten als Betrüger, als räuberisch und gewaltbereit. Ihr Wort zählt nicht vor Gericht. Ihre Arbeit ist mit viel Gestank verbunden.

… Hirten müssen also draußen bleiben vor den Toren der Stadt bei ihren Herden. Der Tempel kein Ort, den sie oft oder jemals sehen.

Hirten sind Menschen, die meist nur Beschimpfungen und Drohungen hören. Doch diesmal ist es anders.

Sie hören jemanden, einen von Gott Gesandten, der ihnen aufträgt sich aufzumachen, einen Weg zu gehen, den sie noch nie gegangen sind, einen Neuanfang zu wagen. Wie können die Hirten so etwas glauben? Logisch wäre erst mal analysieren, erst mal abwägen ob das sein kann, erst mal hinterfragen. Erst mal...

Mit solchen Gedanken halten sie sich nicht auf. Solche Ausflüchte machen sie nicht. Sie haben gehört, lassen sich darauf ein, gehen los und erfahren, dass wirklich sie angesprochen waren und sie glauben.

Jetzt wird sich ihr Leben ändern: Jetzt haben sie Hoffnung für die Zukunft.

Hören:

  • unterscheiden zwischen Geschwätz und Bot- schaft
  • sich nicht berieseln lassen, sondern zuhören
  • Stille sprechen lassen - Hören und schweigen schließen Offensein ein
  • die Worte das Herz erreichen lassen
  • „Der Glaube kommt vom Hören.“ (Röm 10,17)

Lehre mich, auf dein Wort zu hören

Lehre mich, auf dein Wort zu hören
Ich brauche dich, Herr,
als meinen Lehrer,
tagtäglich brauche ich dich.
Gib mir die Klarheit des Gewissens,
die allein deinen Geist erspüren kann.
Meine Ohren sind taub,
ich kann deine Stimme nicht hören.
Mein Blick ist getrübt,
ich kann deine Zeichen nicht sehen.
Du allein kannst mein Ohr schärfen
und meinen Blick klären
und mein Herz reinigen.
Lehre mich zu deinen Füßen sitzen
und auf dein Wort hören.

John Henry Newman

© Hans-Peter Brack

Maria und auch Josef haben beide Aufträge von Gott erhalten
Sie handeln danach denn sie glauben

Worüber Maria bis ins Tiefste erschrak, waren die unbegreiflichen Worte des für sie Fremden. Die erste Reaktion Marias war kein spontanes:„Hier bin ich!“ Sie gab sich nicht stumm in ein über sie verhängtes Los. Sie schaltete ihr Denken nicht aus. Maria fragte nach und erkundigte sich. Maria hinterfragte das für sie Undenkbare. Glauben und Denken schließen einander nicht aus. Im Gegen- teil: Das Denken, das Hinterfragen gehört zum Glauben.

Maria war als Tochter der in Nazareth ansässigen Priesterfamilie geboren. Sie war von Kind auf mit der Geschichte der Schöpfung vertraut. Wenn Gott spricht, dann wird das Wort aus Gottes Mund zur Tat. Als Maria die Worte des Gottesboten hörte: „Denn für Gott ist nichts unmöglich“ (Lk 1,37), erklärte sie ihre Bereitschaft mit den Worten: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38).

Das Herausragende an Maria ist, dass sie sich im Dialog mit dem Gottesboten zum Glauben„voran- gezweifelt“ hat. Maria hatte die in den Worten des Gottesboten enthaltene Wahrheit erkannt.„Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.“ Maria hatte sich von ihrem Zweifel zum Vertrauen hindurchgezweifelt.

Als Bauhandwerker hatte Josef einen damals sehr gefragten Beruf. Besonders geschätzt und angefordert wurden in jener Zeit Bauhandwerker aus Bethlehem. So kam Josef von Bethlehem nach Nazareth.

Josef war fromm = gerecht. Er war„ein Zaddik“ (Mt 1,19a), d.h. einer, der alle Kraft aufwendet, um das Gesetz im ganzen Umfang zu halten. Josef wird „als ein Mann charakterisiert, der das Gesetz zur Norm seines Handelns gemacht hat“. Er suchte und fand mit Gottes Hilfe einen Ausweg aus der hoffnungslosen Lage und zwar in der Tora, in den fünf Büchern Mose. Es sind zwei Worte, die zwar an verschiedenen Stellen stehen und doch untrennbar zusammengehören.„Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ (5. Mose 6,5). Und:„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dein eigen Leben“ (3. Mose 19,18).

Josef hat die Einheit der beiden Gebote durch seine Lebensführung verwirklicht. Er hatte er- kannt, dass zur Gottesliebe mit ganzer Seele und aller Kraft notwendig die Liebe des Nächsten von ganzem Herzen gehört. Josef hing mit ganzem Herzen nicht nur an Gott, sondern auch an Maria. Das ist das Große an Josef. Er hatte Gott und Maria „sehr lieb“. Der Bote Gottes sprach folgende Worte zu Josef:„Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen“ (Mt 1,20). Josef folgte seinem Herzen und dieser Einladung Gottes. So wurde Josef aus dem Hause Davids „der gesetzliche Vater Jesu“ und ohne diese Bereitschaft wäre Jesus nicht in Bethlehem als Mesias aus dem Hause Davids geboren

Nach Dr. Hansjörg Bräumer

© Hans-Peter Brack

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