APRIL, APRIL - Lastenradsatzung wird an Fronleichnam ausgesetzt


April, April!
Die Idee einer Lastenradsatzung ist natürlich Unsinn - und nur eine Erfindung für den 1. April 2022. Hoffentlich haben Sie ein wenig Schmunzeln können in diesen Zeiten! Bleiben Sie gesund - und beten Sie mit für Frieden!
Von Rainer Löß
Das Fronleichnamsfest 2022 kann nun doch wie geplant vor der Orangerie im Günthersburgpark stattfinden. Vertreter von Verwaltungs- sowie Pfarrgemeinderat haben sich mit Vertretern der Stadt Frankfurt auf einen Kompromiss bezüglich der umstrittenen Lastenradsatzung geeinigt. Dieser sieht vor, dass die Verordnung für die Dauer des Gottesdienstes ausgesetzt wird. Im Gegenzug geht St. Josef eine Verpflichtung ein.
„Wir halten die Lastenradsatzung auch weiter für einen Scherz“, heißt es aus den kirchlichen Gremien. Die Frankfurter Lastenradverodnung (FLaRVo) sieht ab Mai insbesondere an den Wochenenden ein verpflichtendes Mitführen von Lastenrädern in der beliebten Parkanlage vor. Vor allem an warmen Tagen seien die Spielplätze und Liegewiesen dermaßen überfüllt, dass Corona-Sicherheitsabstände nur noch schwer einzuhalten seien.
Die anliegenden Ortsbeiräte 3 (Nordend) und 4 (Bornheim/Ostend) hatten in der Folge eine Möglichkeit gesucht, die Besucherzahlen zu beschränken. „Wir dachten, man könne es vom Besitz eines Lastenrades abhängig machen“, teilen die Stadtteilpolitiker:innen mit. Die meist längeren und sperrigen Gefährte würden auch helfen, die Abstände von mindestens 2 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Außerdem würden manche Familien ohne Lastenrad dann eben andere Spielplätze aufsuchen.
Gemeinde fühlt sich ausgebremst
Nicht bedacht hatte die Stadt bei Einführung der FLaRVo den öffentlichen Gottesdienst an Fronleichnam, der in diesem Jahr am 16. Juni bei hoffentlich gutem Wetter stattfinden soll. Da insbesondere ältere Gottesdienstteilnehmer keine Lastenräder besitzen, war die Sorge beim Synodalausschuss groß, dass sich vereinzelt Menschen von Glaubensfeiern nur wegen eines fehlenden Fortbewegungsmittels ausgeschlossen fühlen.
„Anfangs zeigte die Stadt kein Verständnis“, berichtet ein Gemeindevorstand aus den Verhandlungen. So verwies die Stadt auf die günstigen Förderprogramme für Lastenräder von Bund und Land. Überzeugt hatte die kommunalen Vertreter letztlich, dass Senioren eventuelle Lastenräder kaum in hoher Zahl auf dem Roten Platz hinter der Kirche abstellen könnten.
Kompromiss: Gemeinde kauft Pfarr-Räder
Als absolute Ausnahme genehmigt die Stadt nun das Betreten des Günthersburgparks am Fronleichnamstag zwischen 9:50 Uhr und 10:50 Uhr auch ohne eigenes Lastenrad. „Wir werden das kontrollieren“, kündigt die Stadtpolizei an. Im Gegenzug hat sich die Pfarrei verpflichtet, bis Ende des Jahres drei Lastenräder für die Pfarrei anzuschaffen. Diese sollen den Geistlichen dazu dienen, die Kirchorte für Messen anzufahren. Auch Bürobeschäftigte können die Pfarr-Räder nun nutzen, um zB Handzettel an Standorte wie den Riederwald oder Fechenheim zu bringen.